Eigentlich wollte ich mich zum Eröffnungsspiel im Goethe Institut mit meiner indischen Freundin Shalmali treffen – die war dann aber doch zu müde und ich fand mich mitten in einer Gruppe deutscher Praktikanten wieder – Daimler, IBM, ein Schraubenfabrikant und ein Krankenhaus sind deren Arbeitsstellen. So schaute ich dann doch mit anderen Deutschen die Eröffnung der Weltmannschaft und trank das Bier, das wir in den Büschen gelagert hatten, aus Pappbechern, damit uns niemand erwischt. Die Inder haben sich mit Tee, Kaffee und Mirinda begnügt, aber die deutsche Zuschauerschaft (außer der Direktorin natürlich) war empört und die ersten Informationen über andere öffentliche Vorführungen wurden gleich gesammelt. Und tatsächlich zeigen einige Clubs, Restaurants und Cinekomplexe alle Spiele auf Großleinwand und im Gegensatz zu Deutschland gibt es hier einheimisches Bier: Kingfisher!
Nach dem Spiel sind wir dann noch in Punes Nachleben eingetaucht – auch das etwas vollkommen neues im Gegensatz zu 2000. Damals gab es eine einzelne Bar, heute eine Vielzahl von Clubs mit unter anderem europäischen Preisen. Barkeeper mit Fliege, die Einrichtung aus Leder und Glas, Scheiben zwischen denen Wasser hinabläuft, kostete der Eintritt ins „LUSH“ umgerechnet 11 Euro – eigentlich eine Unmenge in diesem Land. Das Publikum war dann auch dementsprechend schick, die Mädels in Miniröcken und engen Tops – und als um 2 Uhr das Licht anging, warteten die persönlichen Fahrer vor der Tür. So wie ich als hellhäutige Europäerin auch besser nicht in ähnlich kurzen Kleidung in die Öffentlichkeit gehe, wartete auf mich leider auch kein Fahrer. So musste ich zuerst mit den Rikscha-Fahrern verhandeln, wobei mir die Praktikanten-Jungs von Daimler erfolglos zu helfen versuchten – nachts ist es schwierig einen Fahrer zu finden, der zu einem angemessenen Preis in mein eher abgelegenes Viertel fährt – wenn überhaupt. Eigentlich sollte nachts der Preis bei dem 1 ½-fachen des Tagespreises liegen, ich sollte das 3- bis 4-fache bezahlen. Glücklicherweise fuhr mich einer der Jungs dann mit seinem Roller nach Hause, wobei ich wieder einmal habe ich die Erfahrung gemacht, wie klein die Welt ist – seine Freundin hat in Lüneburg WiSo studiert und kennt meine zwischenzeitlichen Nachfolger im Auslandsamt!
Wie oft habe ich an diesem Abend den Kopf geschüttelt, weil mir alles so surreal erschien, besonders als ich dann wieder in meinem Viertel angekommen war, in dem ich nicht mit Bermudas auf die Straße gehe und die Straßenarbeiter in Zelten auf der Baustelle leben. Das nächste Deutschlandspiel kommt leider erst um 21 Uhr und das ist hier 00.30 Uhr – das werde ich wohl wie die anderen Spiele bisher je nach Zeit und Müdigkeit hier in unserem Wohnzimmer anschauen.
4 Kommentare:
ab 0:30 wird zurückgeschossen. polier die pickelhaube und dann ab vor den fernseher. die eroberung des halbfeldraums im osten ist live mitzuerleben. wozu wurden überall volksempfänger verteilt? in ausnahmefällen (wie deinem) ist eben feindsender zu gucken. ;-)
ja, 0:30 ist hart
ich hab gestern schön mit ewald, olli und marco im pauli vereinsheim innenhof open-air geguckt, dabei panini-bilder getauscht (album ist jetzt voll!!!) und astra getrunken.
dir wünsche ich ei leckeres kingfisher zum spiel.
liebe caro,
das klingt ja alles super. aber wir haben ja nun endlich auch so etwas wie tropische bedingungen.
die reeperbahn wird von einer wahren fan-welle überrollt und beim hup-contest nach dem match haben bisher die italiener gewonnen, dicht gefolgt von den optimistischen portugiesen.
lieben gruß
jaique
...bin beim ersten Englandspiel eingeschlafen, hab nach dem ersten Tor wohl auch nicht viel verpasst... gestern dagegen purzelten dann auch erst wieder nach einem nachmittagsschläfchen die Tore für Australien...die Hitze macht mich echt kaputt...liebe Grüße deine sub
Ihr Fussballfreunde, mittlerweile habe ich eine Enngländerin auf dem Flur und ich habe endlich Verstärkung. Und auch die Japanerin hat sich von mir gestern abend erstmal den Fernseher erklären lassen, um den Spielstand zu checken! Mal schauen, ob ich morgen in deutscher Gesellschaft zum Fussi komme, denn vor unserem Haus wird gepilgert und das 2 Tage lang - da scheint es dann kein Durchkommen zu geben.
Katrin, gruess doch mal die Münchnerinnen und Münchner von mir! Ich hoffe, der Ausflug an den Bodensee war Spass!
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